Dienstag, 26. April 2016

Die nächsten Themen


  1. Chef-Sein macht mitunter einsam (19. Juni 2016)
  2. Die 12 Gesetze für nachhaltigen Erfolg (1/3, 15. Juli 2016)
  3. Die 12 Gesetze für nachhaltigen Erfolg (2/3, 1. August 2016)
  4. Die 12 Gesetze für nachhaltigen Erfolg (3/3, 21. August 2016)

Arbeiten Sie im oder schon am Unternehmen?



Die Euphorie war groß: die erste eigene Firma, selbst gestaltete Räumlichkeiten, eigene Kunden und die erste Rechnung auf neuem Briefpapier! Das damit verbundene Gefühl hilft, Berge zu versetzen! 

Das Geschäft entwickelt sich kontinuierlich, ein Erfolgserlebnis jagt das nächste. Aber irgendwann gibt es auch erste Pannen und Probleme. Kundenanzahl und Belegschaft wachsen weiter an und plötzlich stellt man sich die Frage, ob es noch die eigene Firma ist, in der man arbeitet. Die Arbeit fängt an, einem über den Kopf zu wachsen, stete Überforderung ist der Begleiter. Warum kommt es immer wieder zu solchen Entwicklungen?

Am Anfang steht häufig eine zündende Idee, eine besondere Fähigkeit oder Leidenschaft. Die damit verbundene Energie reicht eine Zeit lang, um die Dinge im 'Multitasking' voran zu treiben. Erst sind es 10 Mitarbeiter, dann 30 und plötzlich schon 60. Für kleine und mittlere Unternehmen stellen diese Entwicklungsschritte wichtige Meilensteine dar, die im Unternehmen häufig aber nicht bewusst wahrgenommen werden. In der Folge werden weder Arbeitsweisen noch Organigramme und Prozesse angepasst. Und am Ende steht die Erkenntnis, dass die Kosten die Erlöse auffressen. 

Fredmund Malik hat uns gelehrt, dass Management ein eigener Beruf ist, der Beruf der Effektivität. Das von Ihm entwickelte Führungsrad beschreibt die Aufgaben umfänglich. Malik selbst spricht in diesem Zusammenhang auch von notwendigem Handwerkszeug. Erfolgreiche Führung benötigt darüber hinaus aber auch soziale Kompetenzen, neudeutsch heute als Soft Skills bezeichnet. Unternehmer, Handwerker, selbstständige Ärzte: Wann haben diese Berufsgruppen in ihrer Ausbildung etwas zu den zuvor genannten Themen gehört? Die Antwort lautet häufig: "Nie!" Soft Skills gehören bis heute meist nicht zur Regelausbildung. Und nu? 

Holen Sie sich externe Unterstützung. Es muss ja nicht gleich eine der großen Unternehmensberatungen sein; aber ein Impulsgeber oder Sparringspartner, der sich auf die zuvor genannte Zielgruppe spezialisiert hat, kann Ihnen neue Perspektiven eröffnen, mit Ihnen die Dinge identifizieren, die bei der Organisationsentwicklung wirklich wichtig sind. Arbeiten Sie nicht mehr nur im Unternehmen: Fangen Sie an, am Unternehmen zu arbeiten. Überprüfen Sie, wie ausgeprägt in Ihrem Unternehmen die drei Erfolgskräfte Struktur, Aufbruch und Gemeinschaft (s. Bild oben) ausgebildet sind. Beziehen Sie dabei auch Ihre Mannschaft mit ein; Sie werden bei ihr alternative Sichtweisen finden und alle Ressourcen, die Sie für eine Kursoptimierung brauchen. Der Externe übernimmt dabei die Rolle des Moderators, um den Veränderungsprozess voran zu treiben.

Machen Sie sich auf den Weg zu neuen Ufern; dann braucht Ihnen vor der Zukunft nicht Bange sein. Ja, Sie werden sich sogar auf sie freuen, weil Sie sie selbst gestaltet haben.

Sonntag, 10. April 2016

Das Erfolgsrezept für kleine und mittlere Unternehmen (KMU)

Seit je her habe ich mein Herz an den deutschen Mittelstand verloren: Fast 20 Jahre im Deutsche Bank Konzern als Betreuer dieser Kundengruppe, seit 2012 auch im Rahmen meiner Selbstständigkeit im Sinne der Kursoptimierer. Immer wieder fasziniert mich das mit Herz und Leidenschaft gelebte Unternehmertum, die Weiterentwicklung einer guten Idee über Generationen hinweg, zum Teil bis hin zum Erreichen einer Weltmarktführerschaft. In keinem anderen Land unserer Welt ist der Mittelstand so leistungsstark und innovativ, ja schlichtweg Säule der Wirtschaft.


Aber natürlich geht es nicht allen KMU so rosig, wie eingangs beschrieben. Von Insolvenzverwaltern höre ich, dass es viele Unternehmen gibt, die immer wieder die gleichen Fehler machen; selbst wenn sie bereits einmal Pleite gegangen sind. Oft reicht eben eine gute Idee nicht alleine. Die Defizite fangen häufig bei den kaufmännischen Grundkenntnissen an. Während hier in vielen Fällen der Steuerberater noch weiterhelfen kann, steht der Unternehmer bei den Themen 'Management' und 'Führung' ziemlich alleine da. Er ist sich meist noch nicht einmal der Tatsache bewusst, dass er im Hamsterrad der Tagesarbeit pausenlos unterwegs ist und dabei die Weiterentwicklung von Kunden, Mitarbeitern, ja des ganzen Unternehmens aus den Augen verloren hat. Meist gehörter Satz: "Ja, eigentlich müsste man mal ...".

Drei Dinge fehlen dem Unternehmer in dieser Situation: Der Mut zum Innehalten, zum ersten Schritt und die richtige externe Begleitung. "Was, ich soll einen Unternehmensberater engagieren? Dafür habe ich weder Zeit noch Geld. Auch kennen die sich in meiner Branche doch gar nicht aus." So oder so ähnlich höre ich das immer wieder.

Was wäre denn, wenn der 'Externe' mehr Begleiter und weniger Berater ist? Wenn er über eine Methode verfügen würde, die speziell auf KMU zugeschnitten ist? Und wenn schließlich ein solcher Prozess auch noch vom Staat gefördert würde? Ja, dann ist der Unternehmer wieder bereit, zu zuhören.

Die Methode heißt Alchimedus® und wurde von Sascha Kugler und seinem Team vor gut 10 Jahren entwickelt. Seit dem wurden damit mehr als 16.000 Unternehmen erfolgreich 'auf Kurs' gebracht. Wissenschaftlich basiert sie auf den Ergebnissen von mehr als 180 Erfolgsstudien*; Alchimedus® versteht sich daher als ein Meta-Modell. All diese Studien und mehr als 10.000 Unternehmerinterviews führten zu einem Frageninventar, das alle Aspekte erfolgreicher Unternehmensführung beinhaltet und nach Beantwortung durch den Unternehmer und seiner (Führungs-)Mannschaft den Status Quo der Firma widerspiegelt.

Wichtigster Baustein im Prozess ist aber ein von einem Alchimedus®-Master moderierter Workshop, in dem die Befragungsergebnisse diskutiert werden. Im Verlauf bekommt der Unternehmer immer wieder den Spiegel vorgehalten und erkennt häufig, welche ungeahnten Ressourcen in seinem Unternehmen stecken. Am Ende des Workshops verfügt das Unternehmen über einen riesigen Fundus an Optimierungspotenzial, das zunächst in 3 konkrete, nachhaltige Zukunftprojekte mündet. Der vom gesamte Team benannte Umsetzungsmanager hat in den Folgemonaten die Verantwortung, die Realisierung der Projekte voranzutreiben.

Die Kosten für den geschilderten Prozess halten sich in Grenzen: Zwischen 3.000 und 5.000 Euro liegt der Aufwand; max. 1.500 Euro davon werden aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds über das Bundesamt für Ausfuhr und Finanzen (BaFa) gefördert.

Im Management und bei der Führung kommt es weniger auf die Branche, viel mehr auf die Größe des Unternehmens an. Sind Sie Unternehmer oder Führungskraft in einem KMU? Dann machen Sie sich auf den Weg; denn Sie wissen ja: 'Der Weg legt sich unter die Füße des Laufenden!'

* neben den TQM-Systemen wie EFQM, ISO, Six Sigma, Deming zählen hierzu auch Studien wie Gallup, die Verdi-Studie sowie Autoren wie z. B. J. Collins, R. Sprenger, N. Hill, Waterman und viele mehr.


Samstag, 26. März 2016

Weggefährten (2/2)

Veränderungen - insbesondere berufliche, wie ich sie erlebt habe - sind selten Ergebnis einer spontaner Entscheidung. Vielmehr ist es fast immer ein länger währender Prozess, der sich über Jahre erstrecken kann. Und wenn man zurück schaut, bemerkt man unter anderem, dass es an entscheidenden Weggabelungen (griech.: Krisis) Menschen gab, die einem die Entscheidung erleichtert, ja Orientierung gegeben haben.
 
Haben Sie ähnliche Erfahrungen gemacht? Was können wir für die Zukunft daraus lernen?


Lassen Sie mich zunächst ein weiteres Erlebnis aus der Zeit meiner inzwischen auch schon wieder 5 Jahre währenden Selbstständigkeit mit Ihnen teilen. Beim BDVT-Camp 2013 in Ludwigsburg habe ich Silvia Ziolkowski kennen gelernt. Mehrfach am Tag konnten wir als Teilnehmer Workshops besuchen; 3 liefen immer parallel. Warum habe ich mir gerade ihren Workshop 'Future Zooming' ausgesucht? Ihr Thema 'Zukunftshaus bauen' hat mich sehr inspiriert, ihre Titulierung als 'Zukunftsentwicklerin' gerade zu herausgefordert. Eine Woche lang habe ich Tag und Nacht gegrübelt, was ich mit meinem Team sein möchte. Und dann kam der Flash: "Wir sind die Kursoptimierer!" Und zwar mit Leidenschaft! Unsere Kompetenz, Berufs- und Lebenserfahrung stellen wir Mittelständlern und größeren Arztpraxen für ihre Kursoptimierung zur Verfügung. Um gesteckte Ziele zu erreichen, durch eine Nebelbank hindurch zu kommen oder eine Flaute zu beenden. Am Ende unserer Begleitung sollen unsere Kunden Verantwortung, Führung und Veränderung wieder leicht und positiv erleben können.

Silvia Ziolkowski ist mittlerweile meine Mitgesellschafterin; ich hätte mir keine bessere wünschen können. Meine Erkenntnis und Empfehlung daraus für Ihre und meine Zukunft: Gehen Sie bewusst durch's Leben; halten Sie dabei auch mal inne, um das gerade Erlebte zu reflektieren. Und gehen Sie nicht immer nur rational vor, vertrauen Sie wieder mehr und mehr Ihrem Bauchgefühl. Ich wünsche Ihnen viele interessante, inspirierende Weggefährten, die Sie zu vielen guten Entscheidungen bringen.

Sonntag, 24. November 2013

Weggefährten (1/2)

Manche Leute denken in Meilensteinen, wenn sie Lebensphasen Revue passieren lassen. Ich hingegen denke dabei vor allem an Weggefährten. Mitmenschen, nicht selten Vorgesetzte, die mich mit ihrem Verhalten und ihren Aktivitäten beeinflusst, ja teils sogar geprägt haben. Im Rückblick bewerte ich alle Erfahrungen mit ihnen übrigens positiv, was während des realen Erlebens ganz sicher nicht immer der Fall war. Heute ist mir klar, dass ich von diesen Weggefährten entweder gelernt habe, wie man etwas (positiv) entwickelt, oder vorgeführt bekommen habe, wie man es besser nicht machen sollte. 

Rückblickend erscheinen mir die Begegnungen mit der Mehrzahl der Weggefährten nicht zufällig. Vielmehr habe ich den Eindruck, dass sie aus gutem Grund zu einem bestimmten Zeitpunkt in mein Leben getreten sind. Sie haben mich gefördert und gefordert, genervt, erzürnt oder beschämt. Sie haben mir meine Grenzen aufgezeigt, mich motiviert und herausgefordert. Sie waren ungerecht, unfair oder haben mich - auch solche gab es - nach allen Kräften unterstützt. Heute verstehe ich, dass sie alle zusammen maßgeblich dazu beigetragen haben, dass ich der bin, der ich bin. 

Besonders stark nehme ich das im Nachhinein für die Phase meiner größten Veränderung war. Warum begegne ich gerade auf dem Höhepunkt meiner Verunsicherung und Unzufriedenheit mit der beruflichen Situation einem Coach? Und das auf einer privaten Feier mit Nachbarn. Warum tritt nur wenige Tage, nach dem ich für mich auf Basis der Erkenntnisse aus vier Coaching-Sitzungen entschieden hatte, meine Bankkarriere zu beenden, eine Frau in mein Leben, die mir eine Richtung für eine ganz entscheidende Weichenstellung für meine berufliche Zukunft empfiehlt?

Danke Axel - danke Alexandra!

Mittwoch, 16. Oktober 2013

Der Exit

Mittwoch, 28. September 2011. Es ist kurz nach Zwölf. Ich sitze mit meiner Lieblingskollegin auf der Dachterrasse eines Duisburger Einkaufszentrums, genieße das Spätsommerwetter in vollen Zügen und fühle mich so frei und gelöst wie lange nicht mehr. Wenige Minuten ist es her, dass ich zum letzten Mal meine Bank verlassen habe; zur Arbeit werde ich sie nicht mehr betreten.

Der Vormittag war heftig. Nach 15 Monaten geprägt von Selbstzweifeln, innerer Zerrissenheit und Zukunftsängsten, aber auch Aufbruchstimmung, Neugier und Hoffnung auf Selbstbestimmtheit habe ich um 8:30 in den Räumen der Personalabteilung in Essen meinen Aufhebungsvertrag unterschrieben. Dann folgt der schwerste Gang: Um 9:00 turnusmäßige Teamsitzung. Meine direkten MitarbeiterInnen wissen, dass ich innerhalb der Geschäftsleitung einen schweren Stand habe, aber mit meinem unmittelbar bevorstehenden Exit können sie nicht rechnen. Ich habe keine Rede vorbereitet, will mich von meinen und den Emotionen meines Teams treiben lassen.
Ich fühle, dass ich einigermaßen verständlich vermitteln kann, was sich im letzten Jahr entwickelt hat, wie meine Gefühlslage war und ist und dass es nun für mich einfach keine andere Entscheidung mehr geben kann, als zu gehen. Es gibt Tränen, betretenes Schweigen, entsetzte Gesichter, aber nach einer Schockpause auch Verständnis, Aufmunterung und erste Versuche, sich auf die neue Situation einzustellen. Nach 45 Minuten ist der Spuk vorbei; das Schlimmste liegt hinter mir. Noch zwei Verabschiedungen in Oberhausen und Duisburg; zwischendurch eine Telefonkonferenz zur Information des Führungskreises. Um 12:00 ist es geschafft. Ich bin kein Banker mehr.

An dieser Stelle ist mir eins wichtig: 32 Jahre und 2 Monate habe ich für meine Bank gewirkt - es war eine tolle, sehr abwechslungsreiche Zeit. Ich weiß, was ich der Bank zu verdanken habe, aber auch, was sie mir zu verdanken hat. Wirkliche Herausforderungen konnte ich am Ende keine mehr erkennen, war dafür das Streiten, Diskutieren und Rechtfertigen mit und gegenüber Unwissenden, Machtbesessenen und Egomanen einfach nur leid.

Letztlich bin ich im Guten gegangen, habe meinen Weg gefunden und deshalb mit diesem Blog auch nichts mehr zu aufzuarbeiten. Mein großer Wunsch ist es, mit ihm vor allem diejenigen zu erreichen, die in vergleichbaren Situationen steckten oder aktuell verfangen sind und glauben, dass es keinen Ausweg gäbe. Es gibt immer einen alternativen Weg: Man braucht noch nicht einmal großen Mut (siehe Post #2) dazu, aber die richtigen Weggefährten. Dazu mehr beim nächsten Mal.

Donnerstag, 26. September 2013

M U T


Mut gibt es gar nicht. Sobald man überlegt, wo man ist, ist man schon an einem bestimmten Punkt.

Man muss nur den nächsten Schritt tun. Mehr als den nächsten Schritt kann man überhaupt nicht tun.

Wer behauptet, er wisse den übernächsten Schritt, lügt. So einem ist auf jeden Fall mit Vorsicht zu begegnen.

Aber wer den nächsten Schritt nicht tut, obwohl er sieht, dass er ihn tun könnte, tun müsste, der ist feig.

Der nächste Schritt ist nämlich immer fällig. Der nächste Schritt ist nämlich nie ein großes Problem. Man weiß ihn genau.

Eine andere Sache ist, dass er gefährlich werden kann. Nicht sehr gefährlich. Aber ein bisschen gefährlich kann auch der fällige nächste Schritt werden.

Aber wenn du ihn tust, wirst du dadurch, dass du erlebst, wie du ihn dir zugetraut hast, auch Mut gewinnen.

Während du ihn tust, brichst du nicht zusammen, sondern fühlst dich gestärkt. Gerade das Erlebnis, dass du einen Schritt tust, den du dir nicht zugetraut hast, gibt dir ein Gefühl von Stärke.

Es gibt nicht nur die Gefahr, dass du zuviel riskierst, es gibt auch die Gefahr, dass du zu wenig riskierst.


Dem Gehenden schiebt sich der Weg unter die Füße.



Martin Walser (* 1927 in Wasserburg, Bodensee, deutscher Schriftsteller) Aus: Lektüre zwischen den Jahren